Ostern heißt, die eigene Geschichte entdecken 

 

Wenn einer das eigene Bild in der Zeitung entdeckt, dann liest er garantiert, was dazu geschrieben ist. Genauso ist es, wenn über eine Firma berichtet wird, wo man seinen Arbeitsplatz hat. Der Artikel wird gelesen. Kommt mein Sportverein in den Nachrichten vor, dann bin ich aufmerksam. Dahinter steht eine urmenschliche Reaktion. Wo einer vorkommt, wo von einem die Rede ist, da ist man interessiert und aufmerksam. In der heiligen Schrift werden Jahrhunderte beschrieben in denen alle möglichen Menschen und Charaktere Erfahrungen mit Gott machen. Es sind Erfahrungen von Berufungen und Zweifel, von Glück und Scheitern, von Vergebung und Treue, von Hass und Liebe und von Tod und Leben. Das ganze menschliche Leben mit all seinen Möglichkeiten kommt vor. Ich bin mir deshalb sicher, dass jeder im Grunde seine eigene Geschichte in der heiligen Schrift wiederentdecken kann. Jeder kann die Entdeckung machen: Ich komme da vor, da ist von mir die Rede, sei es als Sünder, als Suchender oder als Jünger. Jedesmal, wenn ich eine solche Entdeckung mache, erwacht in mir neu das Interesse an Gottes Weg mit mir. Immer wieder, wenn dieses Interesse erwacht, dann empfinde ich das als ein Stück Ostern. Der Glaube wird lebendig. Aus Gleichgültigkeit wird Neugier. Aus der Beschäftigung mit der heiligen Schrift wächst das Gespräch mit Gott - das Gebet - selbst wenn es mit Fragen beginnt. Aber das ist schon Anteil am neuen Leben.

In diesem Sinn wünsche ich allen, auch im Namen aller Mitarbeiter,

frohe und gesegnete Ostertage

 

Georg Goeres, Pfr.