Fastnacht - Taufe heidnischer Bräuche oder mehr?

 

Natürlich hat die Kirche immer wieder vorgefundene heidnische Bräuche aufgenommen und in ihrem Sinne umgeformt. Das geht allerdings nur, wo es positive Ansatzpunkte gibt. So ist zum Beispiel die Vertreibung der bösen Geister in der alemannischen Fastnacht eine Vorform der Erkenntnis, dass auch beim Menschen selbst die Schuld liegen kann. Die rheinische Fastnacht ist mit ihren Garden eine humoristische Auflehnung gegen ungerechte Besatzung und Herrschaft. Traditionell zielt sie auf die überzogenen Ansprüche der Mächtigen und Meinungsführer. Das Augenzwinkern im Umgang mit den Unzulänglichkeiten der Anderen halte ich für eine Seite der christlichen Barmherzigkeit. In besonderer Weise aber gilt diese Barmherzigkeit dem Narren, dem es gelingt, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Auch das ist eine Weise, den eigenen Unarten die Stirn zu bieten.

In diesem Sinn allen fröhliche Fastnachtstage. 

 

Ewig Gebet

 

Mit dem Ewig Gebet am 12.2. in Litdorf und am 13.2. in Saarburg beginnt die Reihe der Bettage in unserer Pfarreiengemeinschaft. Es sieht aus wie ein Kontrastprogramm zum Trubel der Fastnacht. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch feststellen, dass der Tag des Ewigen Gebetes in gleicher Weise herrschafts- und gesellschaftskritisch ist wie die Fastnacht.

Wenn wir nämlich die Welt vor der Gegenwart des allmächtigen Gottes betrachten, dann wirken doch aufgeblasene Herrscher lächerlich klein und auch unsere alltäglichen Probleme werden vor der Größe Gottes relativiert. Und auch das „untätige“ Dasein vor dem Allerheiligsten sagt: Geldverdienen ist nicht alles. Es ist mir völlig klar. Ewig Gebet ist neben der Fastnacht nicht hörbar. Aber der Beter kann doch mit einem erlösten Schmunzeln über diese Welt nach Hause gehen.

Herzlich willkommen!             

        

G. Goeres, Pfr.